MUTTERS COURAGE

von George Tabori. Aus dem Englischen von Ursula Grützmacher-Tabori
Aber wie taucht man unter im Alter von sechzig, wenn man eine Dame im guten Schwarzen ist, mit einem guten schwarzen Hut mit Wachsblumen an der Krempe, und wo?

Wie erzählt man vom Überleben? Für den ungarisch-jüdischen Autor, Regisseur und Dramatiker George Tabori war diese Frage bei seiner Arbeit immer Thema. In MUTTERS COURAGE erzählt er die mehr oder weniger wahre Geschichte seiner Mutter in Budapest. An einem Sommertag 1944 wird Elsa Tabori verhaftet und in einen Zug Richtung Auschwitz gebracht. Doch bei einem Zwischenhalt an der ungarischen Grenze wagt die sechzigjährige Dame mit dem guten schwarzen Kleid, die eigentlich auf dem Weg zur wöchentlichen Rommérunde war, den mutigsten Schritt ihres Lebens: Sie konfrontiert einen NS-Offizier mit dem Irrtum ihrer Verhaftung und das mit Erfolg!
Komisch, liebevoll und grausam verleihen Catharina Kottmeier und Holger Stolz der Geschichte zunächst ihre Stimmen, um nach und nach in der eindrücklichen Raum-und-Klanginszenierung, bei der die  Zuschauer*innen auf Drehstühlen mitten im Geschehen sitzen, die Figuren lebendig werden zu lassen.