Ein Haus an einem märkischen See bildet das Zentrum des Romans der namhaften deutschen Autorin Jenny Erpenbeck. Geschrieben 2008, erzählt er die Geschichte der wechselnden Besitzer und Besucherinnen dieses Hauses durch fast hundert Jahre deutscher Geschichte – von den Anfängen des 20. Jahrhunderts über die Weimarer Republik, die NS-Zeit und
den Zweiten Weltkrieg, die DDR bis zur Nachwendezeit. Geschichte zeigt sich dabei nicht abstrakt, sondern durch die Menschen hindurch, die sie erleben: die den Traditionen verhaftete Bauernfamilie Klaras; den Architekten, der das Haus eigens auf die Bedürfnisse seiner geliebten Frau ausrichtet; die Familie des jüdischen Tuchfabrikanten, die durch den Faschismus auseinandergerissen wird, auswandern muss oder deportiert wird. Nach dem Krieg dann die Schriftstellerin, die aus Russland zurückkehrt, ihre Enkelin, welche die Sehnsucht nach den Sommern am See in ihrem weiteren Leben mit sich herumträgt und sich mit den Rückgabeforderungen der Erben früherer Besitzer herumschlagen muss. Keiner entkommt im Roman den Zeitläuften, und durch die wechselvollen Schicksale der Hausbewohner werden sie für das Publikum im Theater fühl- und greifbar: die entsetzlichsten Ereignisse sowie die persönlichen Momente des Glücks.
Die Inszenierung basiert auf dem Buch:
HEIMSUCHUNG
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