FUROR

von Lutz Hübner und Sarah Nemitz
Da gibt es Schuldige, da geht etwas ganz brutal schief, alle wissen es, keiner von euch macht was.

Ministerialdirigent und OB-Kandidat Braubach hat den 17-jährigen Junkie Enno angefahren und zum Krüppel gemacht. Schuldlos, wie die Ermittlungen ergeben. Dennoch besucht er, wenn auch erst zweieinhalb Wochen nach dem Unfall, die verzweifelte Mutter, Nele, um ihr unter die Arme zu greifen. Nele, eine Altenpflegerin, die jeden Cent zweimal umdrehen muss, ist nach anfänglicher Ablehnung gerührt von Braubachs Anteilnahme. Da taucht ihr Neffe Jerome auf, der seine Chance wittert, die verhasste politische Elite endlich zur Rechenschaft zu ziehen. Was lässt unsere Gesellschaft auseinanderbrechen? Wie erodieren demokratische Werte?

Lutz Hübner und Sarah Nemitz lassen in FUROR extreme Positionen aufeinanderprallen: Auf der einen Seite Jerome, ein junger Mann, der Pakete unter dem Mindestlohn ausliefert, voller Wut und extremer Ansichten und auf der Suche nach einem Schuldigen für seine soziale Benachteiligung. Auf der anderen ein etablierter Politiker, dessen Mitgefühl nicht frei von politischem Kalkül und Scheinheiligkeit ist – befindet er sich doch mitten im Wahlkampf und hat kein Interesse daran, Behauptungen über seine vermeintliche Schuld im Netz zu finden. Dazwischen die Mutter eines Sohnes, der nie mehr ein normales Leben führen wird.

„Regisseur Benjamin Bracher hält sich im kargen, verkleinerten Bühnenbild von Lucia Becker eng an die Grenzen schnörkellosen Sprechtheaters, setzt markante Akzente und gibt den Protagonisten Gelegenheit zu erhellenden Nuancen.“ (BNN)

„Oliver Jacobs gibt den Politiker ganz moderat und kumpelhaft, Constanze Weinig überzeugt mit einer nuancierten Darstellung der überarbeiteten Altenpflegerin Nele, die nicht weiß, wie sie den behinderten Sohn künftig versorgen soll. Und Jonathan Bruckmeier, ein Gast im Ensemble, macht deutlich, wie der ausgebeutete, pseudointellektuelle, halbinformierte Paketdienstfahrer seine ganze Kraft in seine Rolle als vermeintliches Opfer steckt.“ (BT)
 

Programmheft (Pdf)

Besetzung

Heiko Braubach Oliver Jacobs
Nele Siebold Constanze Weinig
Jerome Siebold Jonathan Bruckmeier
Inszenierung Benjamin Bracher
Bühne und Kostüme Lucia Becker
Dramaturgie Leona Lejeune

Termine & Tickets

Do 24.10.19 20:00 – 21:30 TheaterVorstellung Tickets
Sa 28.12.19 20:00 – 21:30 TheaterVorstellung Tickets