Text und Choreografie: Sylvana Seddig
Co-Choreografie: Ute Pliestermann
Dramaturgie: Simon Meienreis
Schambad Europa ist eine Badewannen-Show. Im Zentrum steht Europa als Figur und Kontinent: benannt nach einer Frau, deren Geschichte von Entführung, Macht und sexualisierter Gewalt geprägt ist. Die Bühne wird zum schimmernden, zugleich schamvollen Raum, in dem Mythos, Unsinn, Tanz und Sprache aufeinanderprallen. Europa sitzt nicht nur auf der Anklagebank, sondern auch auf der Couch und im Rampenlicht. Was würde sie erzählen, wenn sie sprechen dürfte? Wovon würde sie nachts träumen? Würde sie mit ihrem “lieblichen Gesicht” auftreten, flankiert von ihren Background-Dancerinnen, den “Gespielinnen”? Oder würde sie die eigene Entführung noch einmal als groteske Shownummer durchspielen, um sichtbar zu machen, wie Gewalt in Erzählungen verpackt und ästhetisiert wird?
Das Stück sucht nach den Strukturen, die den Mythos tragen: Zeus als Täterfigur, Europa als Projektionsfläche, ein ganzer Kontinent als Benennungserbe eines Gewaltakts. In der Verbindung von Körper, Sprache und Musik entsteht eine bitter-komische, absurde und zugleich ernsthafte Auseinandersetzung mit Erinnerung und kultureller Selbstvergewisserung. Die Badewanne wird dabei zum Ort der Reinigung, der Verweigerung und der Übertreibung: ein intimer Schauplatz, an dem Europa endlich aus ihrer eigenen Perspektive erzählt, singt, tanzt und sich gegen das Zuschreiben wehrt.
Poster
Besetzung
- Inszenierung
- Sylvana Seddig
- Text und Choreografie
- Sylvana Seddig
- Mitarbeit
- Ute Pliestermann
- Dramaturgie
- Simon Meienreis