Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern
Regie: Ulrike Arnold
Bühne und Kostüm: Marie Roth
Musik: Enik
Dramaturgie: Maria Buzhor
Vermittlung: Katharina Schaal
Mitten in der Wirtschaftskrise einer bedrohlichen politischen Stimmung lässt sich die junge Elisabeth nicht unterkriegen. Sie möchte als Korsettverkäuferin arbeiten und glücklich sein. Dafür müsste sie aber zunächst ein System überlisten, in dem man arbeiten soll, um Geld zu haben und Geld haben, um Arbeit zu finden. Wegen eines fehlenden Wandergewerbescheins für 150 Mark gerät sie in eine Abwärtsspirale der Bürokratie, verliert alles und muss schließlich 14 Tage ins Gefängnis. Als ihr zukünftiger Bräutigam, ein Polizist, von der Gefängnisstrafe erfährt, verlässt er sie, um seine Karriere nicht zu gefährden. Von aller Hoffnung verlassen, nimmt sich Elisabeth das Leben.
Die geplante Uraufführung von Glaube Liebe Hoffnung wird 1933 in Berlin von den Nationalsozialisten verboten. Es entspricht nicht den neuen Richtlinien, nach denen ein Stück „wesens- und artgemäß, [voll] deutschem Wollen, deutschem Lebensernst und deutschem Humor“ zu sein habe. Dabei bevölkern durchaus sehr deutsche Wesen Horváths Universum, das auf Gerichtsberichten seiner Zeit basiert. Es sind Erschöpfte und Unsichtbare, eingeschüchterte Spießer und liebenswerte Mitläufer, gesichtslose Funktionäre und eine verzweifelte Optimistin.
Regisseurin Ulrike Arnold, die auch als Schauspielerin und Dozentin tätig ist, inszeniert Horváths „kleinen Totentanz“ zum ersten Mal am Theater Baden-Baden. Elisabeths unerschütterlicher Glauben an eine bessere Welt inspiriert sie: Was, wenn es doch einen Ausweg gibt?